Wie ich mit 47 das erste Mal auf einem Surfboard stand – und mein Leben veränderte

Mit 47 zum ersten Mal auf dem Surfboard in Cocoa Beach

Das erste Mal auf einem Surfboard zu stehen, war für mich weit mehr als eine neue Erfahrung. Es war ein Moment, in dem ich etwas wiedergefunden habe, das ich lange nicht mehr so deutlich gespürt hatte: Lebendigkeit. Rückblickend war dieser Augenblick kein Zufall und auch keine nette Urlaubserinnerung. Er war ein Wendepunkt. Einer, aus dem später vieles entstanden ist, was heute LifeSurfer ausmacht.

Damals wusste ich das natürlich noch nicht. Ich wusste nur, dass mich etwas an diesen Moment gebunden hat. An das Wasser, an die Bewegung, an dieses kurze, klare Gefühl: So fühlt es sich an, wirklich zu sein.

Ein Morgen in Florida: das erste Mal auf einem Surfboard

Als ich das erste Mal auf einem Surfboard stand, war ich an einer inneren Weggabelung. Ich war in Florida für eine Konferenz und hatte mir ein paar Tage Zeit genommen, um in Cocoa Beach Abstand zu gewinnen und für mich klarer zu sehen. Es war eine Phase, in der viel in Bewegung war. Nach außen vielleicht nicht sofort sichtbar, innerlich aber sehr deutlich.

Ich erinnere mich an einen Morgen dort, an dem ich vor dem Spiegel stand und gemerkt habe, wie fest etwas in mir geworden war. Vielleicht war es Druck. Vielleicht Erschöpfung. Vielleicht einfach das Gefühl, dass ich so nicht weitermachen möchte. Und in diesem Moment habe ich mir tief in die Augen geschaut und einen Satz gesagt, der bis heute in mir nachklingt: Ich will leben. Ich entscheide mich für das Leben.

Danach bin ich losgefahren und habe mir eine Surfschule gesucht.

Wenn ich heute daran denke, muss ich fast lächeln, weil die Bedingungen eigentlich alles andere als ideal waren. Für Anfängerinnen war es eher zu groß, zu unruhig, zu viel. Aber ich hatte eine Surflehrerin, die mir genau das gegeben hat, was ich in diesem Moment gebraucht habe: Ruhe, Mut und Unterstützung.

Blick auf das Meer mit Wellen und Lichtern an der Strandpromenade
Das Meer als Bild für Bewegung, Wandel und Lebendigkeit

Und dann stand ich tatsächlich. Das erste Mal auf einem Surfboard. Direkt beim ersten Versuch.

Nur für einen kurzen Moment vielleicht. Aber lang genug, um etwas sehr Wesentliches zu spüren: dieses Getragenwerden, dieses Gleiten, dieses unmittelbare Im-Moment-Sein. In diesem Augenblick wusste ich, dass ich dieses Gefühl nie wieder verlieren möchte. Ich wusste auch, dass ich eine Entscheidung treffen würde. Nicht aus Angst. Sondern aus Lebendigkeit.

Indira Gupta auf einem Surfboard auf einer Welle im Meer
Ein Moment im Wasser, aus dem später LifeSurfer entstand

Was ich beim ersten Mal auf einem Surfboard wirklich gespürt habe

Manche Erfahrungen lassen sich nicht sofort in Worte fassen. Sie sind erst einmal einfach da. Im Körper. Im Nervensystem. Im Gefühl. So war es für mich auch mit diesem ersten Moment auf dem Board.

Es ging nicht darum, etwas besonders gut zu können. Nicht darum, sportlich zu sein. Nicht darum, jemandem etwas zu beweisen. Es ging um etwas viel Einfacheres und viel Tieferes: Ich habe mich lebendig gefühlt. Wirklich lebendig.

Vielleicht war genau das der Grund, warum mich dieser Moment so getroffen hat. Weil ich nicht nur etwas Neues ausprobiert habe, sondern weil ich mich selbst auf eine Weise gespürt habe, die ich in dieser Klarheit lange nicht erlebt hatte. Nicht als Rolle. Nicht im Funktionieren. Sondern war ganz ich.

Rückblickend glaube ich, dass genau solche Erfahrungen etwas in uns verschieben können. Nicht immer laut und dramatisch, aber eindeutig. Man merkt plötzlich, dass etwas nicht mehr zurück in die alte Form passt.

Erst später habe ich verstanden, warum mich dieser Moment im Wasser so tief berührt hat. Das Meer war für mich nicht nur Kulisse, sondern Teil der Erfahrung. Das Konzept des Blue Mind beschreibt, warum Wasser auf viele Menschen beruhigend, ordnend und klärend wirken kann.

Buch Blue Mind von Wallace J. Nichols neben einer kleinen Zitruspflanze am Fenster
Blue Mind und die Kraft des Wassers

Vom ersten Mal auf einem Surfboard zu LifeSurfer

Aus diesem einen Moment entstand nicht sofort ein Business. Es entstand eine Richtung, die verfolgt werden wollte.

Ich bin danach immer wieder surfen gefahren, so oft es möglich war, meistens gemeinsam mit meinem Sohn. Das Meer wurde für mich mehr und mehr zu einem Ort, an dem ich nicht nur draußen in Bewegung war, sondern auch innerlich in Kontakt kam. Mit mir selbst. Mit meinem Körper. Mit dem, was mir wirklich wichtig ist.

Mehrere Menschen mit Surfboards im Meer bei unruhigen Wellen
Gemeinsam Surfen lernen zwischen Respekt, Mut und Bewegung

Gleichzeitig war ich längst auf meinem eigenen beruflichen Weg unterwegs, habe gelernt, begleitet, mich weitergebildet und mich intensiv mit inneren Prozessen, Entwicklung und mentaler Gesundheit beschäftigt. Irgendwann begann sich beides miteinander zu verbinden: das, was ich im Wasser erfahren habe, und das, was ich aus meiner fachlichen Arbeit und meinem eigenen Weg mitgebracht habe.

Mir wurde immer klarer, dass Leben nichts Statisches ist. Es kommt in Wellen. Dinge verändern sich. Sicherheit bleibt nicht immer da, wo wir sie gerne hätten. Wir verlieren das Gleichgewicht, orientieren uns neu, müssen loslassen, neu ansetzen, weitergehen. Genau dieses Erleben hat für mich im Surfen eine Form bekommen.

Und irgendwann war da auch der Name: LifeSurfer.

Nicht als hübsche Metapher, sondern als Ausdruck einer Haltung. Einer Haltung, die sagt: Das Leben bleibt bewegt. Die Frage ist nicht, wie wir es kontrollieren. Sondern wie wir lernen, uns darin zu bewegen, ohne uns selbst zu verlieren.

Wie LifeSurfer sichtbarer wurde

Mit der Zeit wurde LifeSurfer nicht nur inhaltlich klarer, sondern auch nach außen sichtbarer. Ein wichtiger Schritt war für mich, ein Logo zu entwickeln, das wirklich zu mir und zu dieser Arbeit passt. Es ging dabei nicht um die reine Gestaltung, sondern im den Ausdruck dessen, wofür LifeSurfer steht.

LifeSurfer Logo in Türkis auf hellem Hintergrund
Die Marke, die aus einer persönlichen Wendepunkt-Erfahrung entstand

Auch die Entscheidung, die Marke schützen zu lassen und international abzusichern, war für mich bedeutsam. Spätestens da wurde aus einer inneren Idee etwas Verbindliches. Etwas, das ich bewusst aufbauen und in die Welt bringen wollte.

2023 fand dann das erste Retreat statt. Das war für mich ein besonderer Meilenstein, weil dort vieles zusammenkam, was LifeSurfer im Kern ausmacht: das Meer, Bewegung, Reflexion, echte Begegnung und die Erfahrung, dass Veränderung nicht nur im Denken entsteht, sondern im Erleben.

Im Februar 2024 habe ich meine Praxis in Meerbusch auf dem Areal Böhler bezogen. Auch das war ein wichtiger Schritt. LifeSurfer bekam damit nicht nur mehr Kontur, sondern auch einen konkreten Ort.

Gemütlicher Sitzbereich in der LifeSurfer Praxis auf dem Areal Böhler
Ein Ort für mentale Gesundheit, Coaching und traumasensible Begleitung

Gleichzeitig wurde mein Angebot klarer. Zu Coaching und Begleitung kamen traumasensible Beratung und EMDR hinzu.

Nun wurde für mich immer klarer, wofür LifeSurfer steht: für mentale Gesundheit, Resilienz und für die Frage, was Menschen in bewegten Zeiten hilft, sich daran zu erinnern, wer sie wirklich sind und so mit sich selbst verbunden zu bleiben.

Hier findest du mehr über mich und wie du mit mir zusammenarbeiten kannst.

Warum dieses erste Mal auf einem Surfboard für mich ein Erfolg ist

Wenn ich heute auf diesen Moment zurückblicke, dann ist mein Erfolg nicht, dass ich mit 47 etwas besonders Mutiges oder Außergewöhnliches gemacht hätte. Mein Erfolg liegt für mich woanders.

Er liegt darin, dass ich diesem Impuls gefolgt bin. Dass ich mich nicht von all den inneren Stimmen habe aufhalten lassen, die gute Gründe gehabt hätten, es nicht zu tun. Dass ich diesem einen Satz geglaubt habe: Ich will leben.

Und vielleicht ist genau das der Kern dieses Erfolgs: nicht Perfektion, nicht Kontrolle, nicht ein fertiger Plan. Sondern die Bereitschaft, einen ersten Schritt zu machen, obwohl noch nicht alles geklärt ist.

Das erste Mal auf einem Surfboard zu stehen, hat mein Leben nicht in einem einzigen Moment vollständig verändert. Aber es hat etwas wachgerufen, das mich bis heute trägt. Es hat mich zurück in ein Erleben gebracht, das ich gebraucht habe. Und es hat den Anfang gemacht für etwas, das später LifeSurfer wurde.

Was ich aus diesem Erfolg mitgenommen habe

Wenn ich etwas aus dieser Geschichte mitnehme, dann das: Ein neues Kapitel beginnt selten dann, wenn wir uns komplett bereit fühlen. Es beginnt oft viel leiser. Mit einer inneren Entscheidung. Mit einem Satz. Mit einem Versuch. Mit einem Moment, in dem wir wieder spüren, was sich lebendig anfühlt.

Für mich war das erste Mal auf einem Surfboard genau so ein Moment.

Und vielleicht ist das auch das, was ich heute weitergeben möchte: nicht die Vorstellung, dass wir nur mutig genug sein müssten, um alles zu verändern. Sondern die Erfahrung, dass Entwicklung möglich wird, wenn wir beginnen, uns selbst wieder zuzuhören.

Mein nächstes LifeSurfer-Retreat

Aus genau diesem Geist heraus ist auch mein nächstes Surf & Soul Retreat entstanden. Nicht als klassisches Surf-Camp und nicht als Leistungsformat, sondern als Raum für Menschen, die sich nach Bewegung, Meer, Tiefe und neuer Erfahrung sehnen. (Das Surf & Soul Retreat: Mehr als ein Surfcamp. Das Retreat für deine mentale Gesundheit)

Das nächste Retreat findet in Andalusien vom 23.05. bis 30.05.2026 statt. Es richtet sich an Anfänger:innen und erfahrenere Surfer:innen gleichermaßen. Im Mittelpunkt stehen Zeit im Wasser, traumasensibles Coaching, Reflexion, Regulation und die Erfahrung, sich selbst in einem sicheren Rahmen neu zu begegnen.

Wenn du beim Lesen gespürt hast, dass dich etwas daran berührt oder erinnert, kannst du hier ein Kennenlerngespräch buche, um Antworten auf deine Fragen dazu zu bekommen.

Gruppe von Frauen sitzt auf Surfboards im Meer, Arme erhoben, gemeinsamer Moment von Bewegung und Verbundenheit
Eine gemeinsame Woche in Andalusien

Das erste Mal auf einem Surfboard: Veränderung beginnt oft leise

Wenn ich heute sagen müsste, was dieser Weg mir gezeigt hat, dann vielleicht dies: Veränderung beginnt nicht immer mit einem großen Plan. Manchmal beginnt sie mit einem stillen, ehrlichen Moment. Mit einer Entscheidung für das Leben. Mit einem ersten Schritt. Oder eben damit, das erste Mal auf einem Surfboard zu stehen.

Damals konnte ich nicht wissen, was daraus entstehen würde. Heute bin ich dankbar, dass ich es getan habe.

Bild von Indira Gupta

Indira Gupta

Hi, ich bin Indira – Lifesurfer und Coach.
Ich begleite Menschen, die im Privaten wie im Beruf vor großen Wellen stehen. Mit traumasensiblem Coaching, EMDR und Mentoring unterstütze ich sie dabei, innere Stärke, Klarheit und Leichtigkeit zu finden.
Coaching, Workshops & Retreats für bewusste Führung und mentale Gesundheit.
www.life-surfer.de

2 Kommentare

  1. Liebe Indira,
    das liest sich sehr spannend! Ich kann förmlich spüren, wie das Wasser einen trägt, wie der Körper kribbelt, wenn man auf dem Brett steht und dabei vollkommen im Moment ist.
    Ich wünsche Dir tolle Teilnehmer*innen an Deinem Retreat!
    Liebe Grüße
    Mara

    1. Liebe Mara,
      ich danke dir für deinen Kommentar.
      Schön, dass mein Liebe zum Wasser und der Bedeutung, welches das Surfen für mich hat angekommen ist.
      Ich freue mich auch schon sehr auf die TeinehmerInnen des Surf & Soul Retreats in 3 Wochen.
      Herzliche Grüße
      Indira

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